Das Volltilgerdarlehen

Die mit Abstand meisten Immobilienfinanzierungen werden durch so genannte Annuitäten-Darlehen abgewickelt. Bei diesen Darlehen gibt der Kunde die monatliche Annuität, also den Tilgungsanteil vor und es wird errechnet, wann er mit der Finanzierung fertig sein wird.
Gerade für Menschen mit höherem Einkommen gibt es jedoch eine überaus attraktive Alternative zum Annuitäten-Darlehen - das Volltilgerdarlehen.

Bei einem Volltilgerdarlehen gibt der Kunde nicht den Annuitätensatz vor, sondern den Zeitpunkt, zu dem er mit der Finanzierung des Darlehens fertig sein möchte. Aus dieser Angabe errechnet die Bank dann den Tilgungsanteil, der dann natürlich deutlich über 1% liegt. Bei einer Dauer von 10 Jahren muss zum Beispiel eine Annuität von ca. 8,2% vereinbart werden (Zins bei 3,91% eff) damit der Kredit am Ende vollständig zurückbezahlt ist. Möchte man die Belastung geringer halten, kann man auch 15 Jahre mit einer Annuität von 4,8% und einem Zins von 4,29% eff. finanzieren. Natürlich sind aber auch alle anderen Abstufungen denkbar.

Volltilgerdarlehen eignen sich besonders für all jene Menschen, die einen aktuell sehr günstigen Marktzins dafür nutzen wollen, schnell mit ihrer Immobilienfinanzierung abzuschließen und die dabei den Zeitraum fest überblicken wollen. Hinzu kommt, dass die meisten Banken für Volltilgerdarlehen wesentlich bessere Zinssätze anbieten (eine folge der besseren Kalkulierbarkeit).

Eine Option kann bei Volltilgerdarlehen jedoch in der Regel nicht vereinbart werden: Das Sondertilgungsrecht! Im Gegensatz zu Annuitäten-Darlehen sind die Zinssätze bei Volltilgerdarlehen nämlich derart straff kalkuliert, dass Sondertilgungen nicht ins Konzept passen würden. Zudem würde der Zeitraum der Volltilgung im Moment einer Sondertilgung nicht mehr stimmen und das Darlehen verliert als solches seine Daseinsberechtigung.