Die Vollfinanzierung

Der Traum vom eigenen Haus ist nach wie vor eines der wichtigsten Lebensziele für die meisten Deutschen. Gerade jetzt, in Zeiten niedriger Zinsen, ist dieser Traum für viele Menschen zum greifen nahe und die Banken bekommen mehr Finanzierungsanfragen als je zuvor.
Wer nun ein Haus oder eine Wohnung finanzieren möchte, der sollte theoretisch ca. 20-30% Eigenkapital mitbringen das zumindest wäre wünschenswert. In der Realität sieht es aber leider so aus, dass die Banken schon froh sind, wenn der Kunde es schafft 10% Eigenkapital mitzubringen. Aber auch Vollfinanzierungen sind durchaus üblich. Was aber ist eine Vollfinanzierung eigentlich genau und warum scheitern so viele Menschen mit ihrem Wunsch nach einer Vollfinanzierung?

Nun, wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einer Vollfinanzierung um eine Immobilienfinanzierung, bei der genau oder mehr als 100% des Objektwertes finanziert werden müssen. Achtung: Kaufpreis muss nicht gleich dem Objektwert sein!!
Und genau da liegt auch das Problem: Die meisten Banken geben ihre besten Konditionen nur für Finanzierungen von etwa 80% des Objektwertes, des Beleihungsauslaufes, heraus. Sind mehr als 80% des Objektwertes zu finanzieren, werden die Konditionen schon deutlich teurer und mehr als 100% werden nur bei ausgezeichneter Bonität, zum Beispiel bei Beamten, überhaupt durchgeführt.

Eine Vollfinanzierung ist immer dann kein Problem, wenn der Kaufpreis deutlich niedriger liegt, die Differenz zum Finanzierungsbedarf aber dafür verwendet wird, den Objektwert zu steigern. Ist das nämlich der Fall, hat die Bank eine neue Bewertungsgrundlage und der Beleihungsauslauf rutscht deutlich nach oben, sodass aus einer 100% Finanzierung im besten Fall eine 80-90% Finanzierung wird.