Wohin mit dem Erspartem? Tages- und Festgeldzinsen im freien Fall

Zugegeben, hört man sich so um und spricht man hier und dort mit Freunden und Bekannten, kann es einem schon etwas mulmig in der Magengegend werden: Das ganze sauer ersparte Kapital ist, so scheint es, gefährdet. Die Wirtschaftskrise hat nun auch den kleinen Sparer erfasst! Aber ist das wirklich so?

(www.zinsentwicklung.net) Nun, wie immer ist die Sache nicht ganz so einfach und es ist sehr schwer möglich, eine pauschale Aussage über den Nutzen von Sparanlagen in Zeiten der Wirtschaftskrise zu treffen. Aber sehen wir uns die Sache doch dennoch einmal genau an:

Es ist richtig, die Zinsen für Festgelder und auch für Tagesgeldkonten befinden sich derzeit im freien Fall. Ausgelöst wird dieser Zinsrutsch durch die erheblichen Senkungen des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank, die EZB. Senkt die EZB den Leitzins, kommen die Banken also billig an neues Geld, brauchen sie ja kein Geld aus dem Geldmarkt ziehen – damit dieser also attraktiv bleibt, fallen auch hier die Zinsen.

Aber ist das wirklich so dramatisch? Nein, warum auch?! Trotz aller Hiobsbotschaften ist und bleibt das Geld, das deutsche Anleger bei ihren deutschen (!) Banken anlegen sicher – zum einen durch die Bankensicherungsfonds, durch gesetzliche Rücklagen, aber auch durch die Garantien der Bundesregierung. Der Zins, also der Gewinn, kann durchaus mal etwas sinken – das Kapital als solches ist und bleibt jedoch sicher! Auch in Zeiten der Krise!

Aufgrund des enormen Kursverfalls an den weltweiten Finanzmärkten ist es jedoch so, dass auch Aktien wieder sehr an Attraktivität gewonnen haben. So billig wie heute konnte man in die Aktienmärkte schon seit vielen Jahren nicht mehr einsteigen – das muss man sich immer vor Augen halten. Wer also einen eher langfristigen Anlagehorizont hat und durchaus auch in der Lage ist, kurzfristige Rückschläge zu verkraften, der sollte sich ernsthaft überlegen, ob es nicht vielleicht Sinn macht, mit einem Fondssparplan oder durch einen direkten Fondskauf in diese Märkte einzusteigen. Auf lange Sicht ist dies sicherlich die erfolgversprechendere Variante – man muss nur etwas Zeit mitbringen.

Aus Panik alles Geld abzuheben und zu Hause unterm Bett zu verstauen wäre genau die falsche Reaktion – die Chancen schöne Gewinne zu machen waren lange nicht mehr so gut wie heute.