Die Krise und die Renaissance der Sparkassen

Wurden sie während der wirtschaftlichen Boomphasen schon oft für "veraltet" und "marktfern" erklärt, stellt sich nun, in Zeiten der Wirtschaftskrise, heraus, dass die Sparkassen doch wesentlich besser positioniert sind als viele Kritiker glaubten. Warum ist das so? Warum erleben die Sparkassen gerade in Krisenzeiten solch einen enormen Zustrom an Neukunden?

(www.zinsentwicklung.net) Nun, die Gründe für die beeindruckende Renaissance der Sparkassen finden sich vor allem im Aufbau des Sparkassensystems als Ganzes - dem Sparkassenverbund. Durch die so genannte „Verbundshaftung“ ist nämlich gewährleistet, dass jedes der derzeit 443 unabhängigen Sparkasseninstitute für alle anderen Institute haftet - und das unbegrenzt. Im Falle einer wirtschaftlicher Schieflage eines Sparkasseninstitutes wird somit die Stärke des Gesamtverbundes genutzt, um die Probleme schnellstmöglich zu lösen. Der Gesamtverbund übernimmt in diesem Fall auch die Entscheidungsbefugnis für das angeschlagene "Organ".

Als weiterer, wichtiger Faktor kommt noch hinzu, dass die Sparkassen, anders als viele Banken, den größten Teil ihres Vermögens nicht von Firmen und institutionellen Anlegern erhalten, sondern das Privatkundengeschäft als Basis ihres Wirtschaftens sehen. Von der mit 13,5 Milliarden Euro beeindruckend hohen Bilanzsumme stammen etwa 6,8 Milliarden Euro allein aus Kundeneinlagen, ein Anteil von über 50%.

Die Privatkunden haben also zwei ganz entscheidende Vorteile, wenn sie sich für eine Zusammenarbeit mit einer Sparkasse entscheiden. Auf der einen Seite ist die Liquidität der Sparkassen sehr hoch, was in erster Linie auf eine breite Privatkundenfront zurückzuführen ist, auf der anderen Seite haftet jede Sparkasse aber auch für alle anderen Sparkassen, was zu einer Art "Rückversicherung" innerhalb des Gesamtverbundes führt und somit die größtmögliche Sicherheit für die Kunden nach sich zieht. Unabhängig von jeglichen Sicherungsfonds oder auch den Garantien der Bundesregierung verfügen die Sparkassen damit über ein System, das so in Deutschland seinesgleichen sucht. Lediglich die Volks- und Genossenschaftsbanken verfügen über eine ähnliche Struktur und können ihren Kunden daher mit einer vergleichbaren Sicherheit dienen.

Ein überaus gutes Angebot im Bereich Tagesgeld hat zum Beispiel die Frankfurter Sparkasse im Angebot. Auf dem Tagesgeldkonto 1822direkt Cashskyline bekommen Neukunden zurzeit überdurchschnittlich gute 3,25% Zinsen garantiert bis zum 31.07.2009. >weitere Informationen

Comment (1)

Anonym

17. April 2009 12:44

Ich arbeite seit 20 Jahren als Angestellter in einer Sparkasse und merke den neuen Kundenzustrom deutlich. Schön, dass Leute in Zeiten der Krise uns wieder ihr Vertrauen schenken.