Sinkende Zinsen - Müssen Lebensversicherte Einschnitte bei der Rendite ihrer Policen befürchten?

Die Weltwirtschaft steckt in der Krise, immer mehr Unternehmen geraten in wirtschaftliche Schieflagen und folglich schwächt auch die Konjunktur sich immer weiter ab. Um diesem Trend entgegenzusteuern und die Wirtschaft vor dem Abgleiten in die Rezession zu bewahren, haben die Notenbanken den allgemeinen Leitzins immer weiter gesenkt - und das weltweit. Welche Auswirkungen aber hat ein solches Absinken des allgemeinen Zinsniveaus - zum Beispiel auf langfristige Sparverträge, wie zum Beispiel Lebensversicherungen? Müssen Lebensversicherte damit rechnen, dass ihre Policen in Zukunft deutlich weniger Rendite abwerfen?

(www.zinsentwicklung.net) Betrachten wir zuerst einmal die fondsgebundenen Verträge: Bei derartigen Verträgen wird das Geld der Versicherten nicht von der Versicherung selber verwaltet, sondern in so genannten Investmentfonds angelegt. In der Regel handelt es sich dabei um Aktienfonds, jedoch sind auch Rentenfonds oder Immobilienfonds als Beimischung in einem Lebensversicherungsdepot möglich. Zwar ist es nun so, dass die Abschwächung der Weltwirtschaft, also der Grund für die Zinssenkungen, auch zu einen Einbruch an den Aktienmärkten führt, auf der anderen Seite kurbeln die Zinssenkungen jedoch die Wirtschaft an, was wiederum zu einer Art "Aufbruchstimmung" an den Börsen führt. Gerade bei den fondsgebundenen Verträgen ist es also sehr schwierig die Entwicklung vorherzusagen. In den ersten Phasen eines wirtschaftlichen Abschwungs sinken die Renditen meist deutlich, sobald die Zinsen aber gesenkt wurden, kann es schnell wieder zu einem Anstieg der Renditen kommen.

Bei den kapitalgebundenen Verträgen ist die Lage jedoch deutlich anders: Hier wird das Geld der Versicherten nicht von einer Fondsgesellschaft in Investmentfonds angelegt, sondern von der Versicherung selber verwaltet. Diese legt das Geld zum Großteil in festverzinslichen Anlagen und nur zu einem geringen Prozentsatz an der Börse an. Diese Gewichtung hat zur Folge, dass eine wesentlich direktere Abhängigkeit von den Leitzinsen besteht, ein Absinken des allgemeinen Leitzinsniveaus also in aller Regel auch ein Absinken der Lebensversicherungsrenditen nach sich zieht.

Was sollten Anleger also tun?


Also, grundsätzlich kann man sagen, dass fondsgebundene Versicherungen deutlich flexibler sind als kapitalgebundene Verträge. Auch die Renditen sind in aller Regel höher, was jedoch nicht garantiert werden kann, da es bei fondsgebundenen Verträgen keine garantierte Mindestverzinsung gibt. Ein guter Kompromiss aus Chance und Sicherheit kann der Abschluss einer fondsgebundenen Lebensversicherung mit Garantiefondskonzept sein, wie sie inzwischen von diversen Lebensversicherern angeboten wird.