Immobilienfinanzierung - Jetzt lange Zinsbindungszeit wählen?

Immer wieder erreicht uns in den vergangenen Tagen die Frage, ob es sich derzeit lohnen würde, lieber eine lange Zinsbindung, denn eine kurze zu wählen. Der Grund für diese Überlegung ist das aktuelle Niveau der Bauzinsen, denn obwohl diese in den letzten Wochen wieder leicht angezogen haben, notieren sie doch nach wie vor auf einem historischen Tiefstand.

(www.zinsentwicklung.net) Nun, so einfach die Frage auf den ersten Blick klingt - sie ist es nicht. Um nämlich überhaupt entscheiden zu können, ob sich eher eine lange oder eher eine kurze Zinsbindung lohnt, muss man sich zunächst erst einmal vor Augen führen, welches Finanzierungsmodell überhaupt angestrebt ist. Handelt es sich zum Beispiel um eine endfällige oder um eine annuitätische Finanzierung? Liegt die Tilgung sehr hoch oder wird nur mit 0,5-1% getilgt? All diese Fragen müssen bedacht werden - wenn sie auch nicht immer zu einer pauschalen Antwort führen, so können sie doch helfen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Eine lange Zinsbindung ist generell immer dann von Vorteil, wenn man es in absehbarer Zeit auch schafft, das Darlehen weitgehend zu tilgen. Wenn jemand zum Beispiel 16 Jahre bräuchte um seine Immobilie abzuzahlen, dann sollte er auch eine dementsprechend lange Zinsbindung wählen - hier ist man dann auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wenn man hingegen weit über 20, evtl. sogar 30 Jahre braucht, dann kann man sich überlegen, ob man es nicht riskiert und hofft, während der Laufzeit evtl. noch einmal günstigere Zinsen zu bekommen. Hinzu kommt, dass die Banken für derart lange Zeiträume enorme Aufschläge verlangen - diese können dann leicht dafür sorgen, dass der Zins bei weitem nicht mehr so attraktiv ist, wie im 10-Jahres-Bereich.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass es durchaus Situationen gibt, in denen sich eine lange Zinsbindung lohnen kann. Bevor man sich aber entscheidet, sollte man genau abwägen, wie hoch der Zinsaufschlag auf den 10-Jahres-Zins ist und ob man sich nicht evtl. besser stellt, wenn man einfach 10 Jahre festschreibt und dann neu schaut, wie die Sachlage sich dann gestaltet.